Dark Souls III: The Ringed City Review – Ein letztes Mal sterben

PC PlayStation Review Xbox
Release 28.03.2017
Genre Action-Rollenspiel
Plattformen PC, PS4, X1
Entwickler From Software
Publisher Bandai Namco

Seit dem 28. März ist es soweit: From Software lädt zum letzten Tanz. Mit Dark Souls 3 endet die legendäre Reihe, und mit diesem DLC soll somit auch das letzte i-Tüpfelchen gesetzt sein. (Ist auch gut so, sonst enden sie nur wie Assassin’s Creed.)
In The Ringed City dringt ihr in Gefilde ein, die einem Abfluss der hiesigen Spielwelt gleichen – alles landet früher oder später hier, und dementsprechend mannigfaltig sind die Anleihen an vergangene Abenteuer und Geschichten der Souls Saga, die uns begegnen.

Ob das letzte Kapitel einen würdigen Abschluss darstellt, haben wir für euch auf der PlayStation 4 ausgekundschaftet.

Vorwärts: Abwärts

Wenn ihr Dark Souls 3 schon gespielt habt, erinnert ihr euch sicher an die atmosphärische Umgebung zum Endkampf des Spiels hin. Die stürzenden Gebäude, schrägen Tempel, das endlose Loch? Nun könnt ihr es auch betreten. Oder viel mehr: Dort hinstürzen. Die stark vertikalen Level spielen ein wenig mit der Höhenangst. Oft ist es nötig, sich fallen zu lassen, um ins nächste Gebiet zu kommen.

Dark Souls III Screenshot 2

Entwicklung eines Panzerfahrzeugs: Prototyp 1. Abstruse Schilde gehören mittlerweile einfach dazu. © From Software 2017

Dabei verliert euer Ashen One nicht mal mehr Trefferpunkte, wenn ihr nur die richtigen Stellen findet und euch in Ascheberge fallen lasst. Bisweilen konnte die Umgebung mich hier ordentlich verwirren: Zwischen all den schräg hängenden Gebäuden und sich windenden Wegen bekam ich manches Mal den Eindruck, die Kamera würde sich drehen oder mein Charakter jeden Moment nach vorn stürzen.

Anleihen aus aller Welt

Scheinbar hat sich From Software nicht nur auf die Dark Souls Spiele beschränkt, als es um Anleihen ging. Während aus dieser Reihe vor allem die Irdenspitze aus Dark Souls 2 und Gwyn aus Dark Souls 1 eine Rolle spielen, erinnern einige der Gegner an Bloodborne. Aus Demon’s Souls wurde sich einer Bossmechanik bedient, in der menschliche Spieler die wesentliche Hürde ausmachen. Wer Spaß dabei hatte, dem Alten Mönch in Gelb unter die Arme zu greifen, kann hier viele Stunden verbringen.

Dark Souls III Screenshot 4

Dieses Biest kommt einigen Spielern vielleicht aus Bloodborne ein wenig bekannt vor. © From Software 2017

Ist der letzte DLC also nur eine Kopie, in die alte Ideen geworfen worden sind? Dass all diese Dinge vorhanden sind, ergibt Sinn – schließlich kommt man beim Abstieg in den Strudel immer weiter in Gefilde der Vergangenheit. Ob man dies nun charmant oder fad findet, muss wohl jeder für sich entscheiden. Doch zum Finale hin noch einmal rückwärts durch die Reihe schreiten zu können, dürfte so manchen Spieler verzücken.

Ein krönender Abschluss?

Die Spoiler zum Spielende will jetzt natürlich keiner lesen. Ob das Ende einen zufrieden stellt, hängt wohl vom Spieler ab. Man darf noch mal einen mysteriösen NPC durch ein Quest begleiten, und einige Themen aus Dark Souls 1 werden wieder aufgegriffen. Obwohl das Spiel erst sechs Jahre alt ist, kommt doch schon so etwas wie Nostalgie auf.

Ist es Frampt? Ist es Kaathe? Ein anderer Primordial Serpent? Und seit wann sehen sie so aus wie hämisch grinsende gerupfte Hühner? © From Software 2017

Zum Ende der Reihe enden einige Zeitalter – auch in diesem DLC, der noch Verbindungen zum ersten DLC Ashes of Ariandel aufbaut, kommt etwas zur Vollendung. Interpretationen dazu, was all dies zu bedeuten hat, werden sicher schon bald sprießen. Mich juckt es auch schon in den Fingern – vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr dazu.

Fazit

Mit vier Bossen, neuen Gegnern und Waffen, neuen Gebieten und alten Erinnerungen dicht bepackt ist The Ringed City ein Schlussstein, der auf alles in der Serie aufsetzt und vieles zu einem Ende führt. Viel Kritik eingefangen hat sich ein optionaler Endboss, der als nervöses Hitpointmonster viele wohl eher frustriert als motiviert. Während die Klänge sitzen, bleibt die Musik jedoch nicht weiter in Erinnerung.

Spieler, die nicht die ganze Reihe kennen, werden dabei einiges nicht einzuschätzen wissen. Scheinbar hat From Software hier aber auch ganz gezielt darauf geachtet, dass die wesentlichen Inhalte auch nur mit Kenntnis von Dark Souls 3 funktionieren. Alles in allem ein gelungener und ausgesprochen atmosphärischer Abschluss, der das Hauptspiel in vielerlei Hinsicht deutlich übertrifft.

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D. Sen hasst Videospiele und moderne Medien überhaupt. Er schreibt Videospiel-Reviews, weil kein Verlag seine richtigen Bücher veröffentlicht.