Hob Review: verspielt & ohne Worte

PC PlayStation Review
Release 26.09.2017
Genre Action-Adventure
Plattformen PS4, PC
Entwickler & Publisher Runic Games

Ohne Worte kommt ein Review nicht aus, und auch in Hob gibt es hin und wieder ein paar Texte – etwa in der Menüführung. Weitgehend gilt aber: Hob versucht ohne Sprachlichkeit auszukommen. Ein paar Laute und Gesänge gibt es im Spiel, doch nichts, das in unsere Sprache zu übersetzen wäre.

Das Action-Adventure Hob will uns in eine träumerische Welt zwischen archaischen Maschinen und Überwucherung entführen. Mit Schwert und Golem-Arm könnt ihr euch durch diese Umgebung schlagen, die außerdem von einer Art lila Seuche heimgesucht wird, die allerlei feindseliges Gefleuch hervorbringt. Wird der kleine Mann sein Ziel erreichen – und lohnt sich die Reise überhaupt?

Ein Spiel sagt mehr als tausend Worte

Mit der Handlung ist es so eine Sache – wie denn, ohne Worte? Die Macher lassen einfach Taten sprechen. Der Titel entscheidet sich bewusst gegen ein erklärtes Szenario und lässt euch einfach auf die Welt los. Überleben und Weiterkommen – Instinkte, die euch als Zocker ohnehin durch ein Spiel bringen. Zu eurem Golem-Arm gesellen sich bald noch weitere Funktionalitäten, und so erweitert sich euer Repertoire an Möglichkeiten nach und nach.

hob screenshot forest

In Hob verschmelzen mechanische mit natürlichen Umgebungen zu einem träumerischen Ambiente. © Runic Games

Der offensichtliche Vergleich, den viele schon anstellten, ist Zelda. Ganz vergleichbar schlagt ihr euch durch eure Umwelt, löst Rätsel und werdet durch Vorankommen belohnt. Dazu kommt hier noch die Möglichkeit, die Fähigkeiten eurer Figur zu entwickeln. Eigentlich also alles altbekannte Mechaniken – aber gut umgesetzt, und sehr angenehm zu steuern.

Wunderschöne Weiten

Ohne Sprache heißt jedoch nicht ohne Ton. Die Untermalung an Sounds und Musik ist oft dezent, aber treffend, und gibt der Spielwelt eine akustische Glaubwürdigkeit. Optisch überzeugt der Titel durch Gegensatzpaare und eine großartig ausgewählte Farbpalette.

hob screenshot side view

Die atmosphärischen Aussichten haben einiges an Details zu bieten. © Runic Games

Ein paar Mal habe ich mich beim Spielen dabei ertappt, gar nicht weiterzumachen, sondern einfach nur für einen Augenblick die Aussicht zu genießen oder Details in der Ferne anzuschauen.

Fazit

Runic Games schafft es mit Hob, aus vielen bekannten Elementen eine großartige Komposition zu schmieden. Das Gameplay stimmt von vorn bis hinten; immer wieder gibt es etwas Neues für den Spieler, sodass keine Langeweile aufkommt. Die Steuerung geht vergleichbar seidig von der Hand, hier wurde aber ein Punkt abgezogen, da man hin und wieder doch ein wenig an der angepeilten Aktion vorbeischießt.

Optisch und akustisch gibt Hob ein sehr stimmiges Bild ab und zeichnet eine wunderschöne Welt. Klar – wir reden hier nicht von High-End-Graphik, die das neueste vom neuesten auftischt. Gerade deshalb ist der Stil gut gewählt, da er auch mit weniger Mitteln ein stimmiges Bild zu zeichnen vermag.

Hob ist für rund 20 Euro im PlayStation Store und bei Steam verfügbar. Die Spielzeit ist mit 6-8 Stunden allerdings eher knapp bemessen.

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D. Sen hasst Videospiele und moderne Medien überhaupt. Er schreibt Videospiel-Reviews, weil kein Verlag seine richtigen Bücher veröffentlicht.