Total War: Warhammer 2 Review – Kontrolliere den Großen Mahlstrom

PC Review
Entwickler Creative Assembly
Publisher SEGA
Genre Strategie
Plattformen PC

Mit Total War: Warhammer 2 erscheint am 28. September 2017 der zweite Teil der geplanten Trilogie in Games Workshops kultigem Fantasy-Universum. Der Strategiehybrid des Entwicklers Creative Assembly versucht an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen und bringt die Total War-Prügeleien zum insgesamt elften Mal auf PCs.

Kurze Zeit nach dem Release soll es übrigens für Besitzer des ersten Teils ein gratis Update mit einer kombinierten Campaign-Map aus beiden Spielen geben. Diese soll der Spieler dann mit allen Rassen durchspielen können, die er selbst besitzt. Ob das selbe auch für Custom Battles zählt, hat Creative Assembly leider noch nicht durchblicken lassen.

Auf in die Neue Welt

In der Fortsetzung des erfolgreichen Total War: Warhammer macht das Franchise erneut eine Ausnahme und tauscht das Total War-übliche, historische Setting gegen die fantastische Welt des beliebten Warhammer-Universums aus. Im Gegensatz zum ersten Teil findet die Kampagne nun in der Neuen Welt statt. Diese bietet dem Spieler eine weitaus buntere Kulisse als die Alte Welt des Vorgängers.

In ihr befinden sich vier Rassen im endlosen Kampf miteinander: Elfen, Dunkelelfen, Echsenmenschen und Skaven. Für Vorbesteller des Spiels gibt’s außerdem noch die menschlichen Norsca, eine Art Wikingervolk aus dem Norden der Alten Welt (wie der Name vielleicht vermuten lässt). Diese Barbaren plündern nicht nur die Neue Welt, um ihren Dunklen Göttern zu dienen.

Aus Alt mach Neu. © Creative Assembly

Magische Wirbel und mutierte Ratten

Der, im wahresten Sinne des Wortes, Mittelpunkt von Total War: Warhammer 2 ist der Große Mahlstrom. Dieser magische Strudel verhindert, dass die Dämonen des Chaos in diese Welt einfallen. Nun versuchen acht legendäre Kommandanten der vier Völker den Mahlstrom für sich zu nutzen – oder die anderen genau daran zu hindern.

In der Kampagne von Total War: Warhammer 2 muss der Spieler gleichzeitig sein Reich verwalten, Echtzeit-Kämpfe gegen andere Fraktionen gewinnen und Rituale ausführen, um den Mahlstrom zu beeinflussen. Im Gegensatz zu anderen Total War-Teilen fiebert die Story nun erstmals einem definitiven Höhepunkt entgegen.

Ein Strudel sie zu knechten… © Screenshot

Die vier Fraktionen versuchen mit allen Mitteln, den magischen Wirbel zu beeinflussen: Mit Intrigen, Korruption oder bloßer Gewalt vernichten sie jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Mit dem Kampf um den Großen Mahlstrom haben alle Rassen das selbe Ziel, versuchen dies aber auf verschiedene Wege zu erreichen. Ein großartiges, neues Konzept, welches dem klassischen Total War-Stil einen neuen Raiz verleiht, ohne den alten Charme zu vernachlässigen.

Der einziger Nachteil dabei ist, und hier eine kleine Spoiler-Warnung, dass man den Mahlstrom bis zum letzten Gefecht eigentlich vollständig vernachlässigen kann.

Der totale Krieg

Total War: Warhammer 2 unterscheiden sich, wie sein Vorgänger, von anderen Total War-Teilen vor allem bei den verschiedenen Fraktionen. Während in den historisch-inspirierten Spielen die Wahl des Volkes kaum Einfluss auf das Gameplay hat, bringt in den Warhammer-Ablegern jede Rasse seine eigenen Vor- und Nachteile.

Neben den deutlichen, optischen Unterschieden zwischen Elfen, ihren bösartigen Cousins, den Echsenmenschen und dem mutierten Rattenvolk, bieten diese auch verschiedene Mechaniken. Während die noblen Elfen beispielsweise mittels Intrigen die Beziehungen zwischen den Fraktionen beeinflussen, machen sich die Skaven die Korruption von Städten zu Nutze.

Korruption spielt auch in der virtuellen Politik eine große Rolle. © Creative Assembly

Die eindeutigen Gewinner hier sind aber auf jeden Fall die aztekisch-angehauchten Echsenmenschen mit ihren Schlacht-Dinosauriern (SCHLACHT. DINOSAURIER.)

War never changes

Schlechtes gibt es eigentlich kaum zu sagen über Total War: Warhammer 2. Vier Fraktionen und insgesamt acht Kommandanten im Basisspiel bieten genug Abwechslung, die Kampagne bietet stundenlangen Spielspaß und auch danach versteht das Spiel noch, mit einzelnen Gefecht zu begeistern.

Doch eine Frage bleibt: Warum ein zweiter Teil? Sowohl spieltechnisch als auch grafisch hat sich nicht viel getan, lediglich das Setting hat sich verändert. Persönlich hätte ich mir eher eine Erweiterung für Total War: Warhammer gewünscht, um mit meinen Zwergen die hochnäsigen Elfen in ihre Schranken zu weisen.

Total War vom Feinsten. © Creative Assembly

Außerdem bleibt noch zu hoffen, dass SEGA das  umstrittene DLC-Modell der letzten Teile nicht beibehält. Dies bleibt aber wohl eher ein Wunschtraum.

Pro:

  • Epische Schlachten in feinster Total War-Manier
  • Großartiger Soundtrack
  • Detaillierte Karten
  • Fesselnde Kampagne
  • Abwechslung zum üblichen Setting von Strategiespielen
  • Fantastische Welt dank Warhammer-Universum

Contra:

  • Eigenständiges Spiel
  • Vernachlässigbarer Mahlstrom
  • Vermutlich haufenweise DLCs

Fazit:

Total War: Warhammer 2 ist ein gelungener Nachfolger, sowohl für seinen Vorgänger, als auch die vorangehenden Total War-Spiele. Für Fans des beliebten Fantasy-Universum ermöglicht es ein tieferes Eintauchen in eine Welt voller Magie und Konflikte. Freunde des Genres kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten, solange sie sich nicht vom fantastischen Setting abschrecken lassen.

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Kuro ist unter anderem für den technischen Kram bei Motherbot zuständig. Wenn er nicht gerade über Musik schreibt, traut er sich als Bot auch an den ein oder anderen Artikel über Games. Sein erstes Taschengeld gab er für einen Gameboy Color mit Pokémon aus und danach ging's nur mehr bergab. Heute verbringt er den Großteil seiner Abende in Multiplayer-Spielen mit Freunden und fragt sich insgeheim, ob seine Freundin ihre Sims mehr liebt als ihn.