Violet Evergarden: Das erste Juwel für das Jahr 2018?

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Wer, wie ich, ein großer Fan von den Werken des Produktionsstudios Kyoto Animation ist, dürfte sicherlich mit riesiger Vorfreude die Anime Expo in Los Angeles erwartet haben. In diesem Jahr wurde auf der Messe für alle Liebhaber von Anime, Manga, Games und Cosplays die heiß ersehnte Premiere des Anime Violet Evergarden gefeiert.

Tut, tut, tut – Bitte zurücktreten, der Hypetrain fährt ein

Warum sind die Animewelt und ich schon voller Vorfreude auf den kommenden Titel? Um auch den Faktencheck zu bestehen, hier mal ein paar Eckdaten:

  • Der Anime basiert auf der gleichnamigen Light Novel vom Autor Kana Akatsuki und seinem Illustrator Akiko Takase.
  • Es ist das erste große Werk des Autors und erhält sogleich die volle Unterstützung des berühmten Studio Kyoto Animation. (u.a. K-On!, The Melancholy of Harushi Suzumiya und A Silent Voice)
  • Die Light Novel hat im Jahre 2014 als bisher einziges Werk die Preise in den Kategorien Roman, Szenario und Manga bei den Kyoto Animation Awards erhalten.

Spricht da lediglich der Fanboy aus mir heraus?

… Ja, unter anderem auch, aber um den immensen Hype für Violet Evergarden zu verstehen, müssen wir einen Blick auf Kyoto Animation werfen. Das Studio, das uns erst letztes Jahr mit dem wunderschönen, traurigen, witzigen und zum Nachdenken anregenden Film A Silent Voice entzückt hat, begreift es uns Zuschauern kurze narrative Momente simpel zu präsentieren. Doch genau durch diese Einfachheit schaffen sie es eine unfassbare Resonanz in uns auszulösen.

Ich muss dabei unweigerlich an eine sehr prägnante Szene in A Silent Voice denken: Als die hörgeschädigte Hauptprotagonistin Shoko Nishimiya nach 5 Jahren auf ihren Peiniger Shoya Ishida trifft, präsentiert sie uns innerhalb weniger Sekunden anhand verschiedenster Gesichtsausdrücke einer Vielzahl an Gedanken.

Die Animationen sind nicht nur wunderschön, sondern auch elementarer Bestandteil für die Story. Das eigentlich Gesprochene rückt oftmals in den Hintergrund, um der Körpersprache der Figuren mehr Raum zur Entfaltung zu gewähren. Dieses Stilmittel erlaubt es uns Zuschauern intime Einblicke in die Gefühlswelt der Charaktere zu erhaschen. In Kombination mit einer stets passenden musikalischen Untermalung schafft es das Studio eine unbeschreibliche Immersion in ihre Werke zu erzeugen.

Das Königshandwerk dieses Studios liegt in ihrem Können kleine alltägliche Momente und Handlungen so greifbar und real zu präsentieren. Es sind oftmals nahbare Charaktere, die ihre Stärken aber eben auch ihre großen Schwächen haben und uns dadurch zugänglicher sind. Diese Geschicke, mit Nuancen zu spielen und natürliche Momente mit einem emotionalen Gewicht eines Schwertransporters zu kreieren, haben dem Studio zu ihrem Alleinstellungsmerkmal verholfen.

Was können wir erwarten?

Kyoto Animations Werke sind häufig mit den Genres Slice-Of-Life, Drama und Comedy verknüpft. Violet Evergarden wird hier keine Ausnahme machen.
So viel vorweg: die Geschichte erzählt von Violet, welche früher unter dem Namen „The Weapon“ bekannt war und in einer postkriegerischen Welt nach einer neuen Bedeutung für ihr Leben sucht. Dabei lassen sie Wörter nicht los, die sie auf dem Schlachtfeld von jemandem, ihr teuer, vernommen hat.

Während Kyoto Animations bisherige Werke verstärkt im modernen Japan unserer heutigen Zeit angesiedelt sind, spielt das Setting von Violet Evergarden in einer europäisch angehauchten Fantasiewelt. Violets Vergangenheit beinhaltet ein Leben, in dem sie ausschließlich für den Krieg gelebt hat und von ihm gezeichnet wurde. Der Regisseur möchte uns in eine Vaterrolle versetzen in der wir Violet nun dabei begleiten emotional heranzuwachsen, so dass sie einen neuen Platz in der Welt für sich entdeckt.

Das aufkommende Drama handelt von einem neuen Aufbruch, der Selbstfindung, des Heranwachsens und von verschiedenen Formen der Liebe. Bei diesen Zutaten kann man als KyoAni-Fan nur in die Hände klatschen und sich wieder auf eine ergreifende Produktion freuen. Gestochen scharfe Animationen, ein unglaublicher Detailgrad und die atmosphärische Musik sind das I-Tüpfelchen.

Die Premiere erscheint uns untypisch zu einem sehr frühen Zeitpunkt, denn die Ausstrahlung erfolgt erst im Frühjahr 2018. Schaut euch die Teaser und den Trailer an und entscheidet selbst, ob ihr auf den Hype-Train mit aufsteigt oder euch eine Menge hitzige Diskussionen entgehen lasst. Denn eines ist aber sicher: Violet Evergarden wird für eine Menge Gesprächsstoff sorgen.

Wer seine Gier nach weiterem Material nicht zu stillen vermag, kann sich den Opening Theme Song von True (Miho Karasawa) noch in Dauerschleife geben.

Khoa hat sich schon seit jeher der Anime und Mangawelt hingegeben. Da sich die Beziehung zwischen Japanern und ihren virtuellen Partnern durch den Technologiefortschritt zu intensivieren scheint, hat er es sich zur Aufgabe gemacht nach der perfekten Waifu zu suchen.